{"id":170,"date":"2018-07-25T12:58:20","date_gmt":"2018-07-25T12:58:20","guid":{"rendered":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/?page_id=170"},"modified":"2018-07-29T21:42:01","modified_gmt":"2018-07-29T21:42:01","slug":"die-raummetapher-der-musik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/?page_id=170","title":{"rendered":"Die Raummetapher der Musik"},"content":{"rendered":"<p>Musik als virtueller akusmatischer Bruder des Universums: Diese Vorstellung l\u00e4sst sich bis in die Weltsch\u00f6pfungsmythen der indischen Veden zur\u00fcckverfolgen. In zwanzigsten Jahrhundert entwickelten die Musiktheoretiker Ernst Kurth und Viktor Zuckerkandl sie weiter, leider ohne eigene systematische Schulen begr\u00fcnden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein physikalisches Universum besteht aus Raum, Zeit und Objekten, die nach bestimmten Gesetzen aufeinander einwirken. Wie steht es in dieser Hinsicht um ein musikalisches Werk, gedeutet als virtuelles Universum? Das Schl\u00fcsselproblem zeigt sich auf elementarster Beschreibungsebene, n\u00e4mlich in der Konstitution oder Definition der Objekte, die ein solches Universum bev\u00f6lkern.<\/p>\n<p>Die Objekte in einem Musikwerk werden nie vollst\u00e4ndig und widerspruchsfrei individuiert, sie bleiben verschr\u00e4nkt, zerfliessen ineinander und kristallisieren nie wirklich aus. Man kann Musik deshalb auch als ein im Entstehen begriffenes akustisches Universum bezeichnen.<\/p>\n<p>(Ausschnitte aus einer <a href=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/2012_MozartScience_harmonia_mundi_reloaded.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rede<\/a>, gehalten am Kongress Mozart&amp;Science 2012 in Krems)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik als virtueller akusmatischer Bruder des Universums: Diese Vorstellung l\u00e4sst sich bis in die Weltsch\u00f6pfungsmythen der indischen Veden zur\u00fcckverfolgen. In zwanzigsten Jahrhundert entwickelten die Musiktheoretiker Ernst Kurth und Viktor Zuckerkandl sie weiter, leider ohne eigene systematische Schulen begr\u00fcnden zu k\u00f6nnen. Ein physikalisches Universum besteht aus Raum, Zeit und Objekten, die nach bestimmten Gesetzen aufeinander einwirken. Wie steht es in dieser Hinsicht um ein musikalisches Werk, gedeutet als virtuelles Universum? Das Schl\u00fcsselproblem zeigt sich auf elementarster Beschreibungsebene, n\u00e4mlich in der Konstitution oder Definition der Objekte, die ein solches Universum bev\u00f6lkern. Die Objekte in einem Musikwerk werden nie vollst\u00e4ndig und widerspruchsfrei individuiert, sie bleiben verschr\u00e4nkt, zerfliessen ineinander und kristallisieren nie wirklich aus. Man kann Musik deshalb auch als ein im Entstehen begriffenes<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-170","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/170","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=170"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/170\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":350,"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/170\/revisions\/350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}