{"id":404,"date":"2018-08-01T09:10:22","date_gmt":"2018-08-01T09:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/?page_id=404"},"modified":"2018-08-01T09:10:22","modified_gmt":"2018-08-01T09:10:22","slug":"die-johannes-offenbarung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/?page_id=404","title":{"rendered":"Die Johannes-Offenbarung"},"content":{"rendered":"<p>In den Zeiten zwischen Platons Wirken in Griechenland und der Niederschrift des Handbuches von Nikomachus verfassten j\u00fcdische Autoren zahlreiche apokalyptische Schriften, die einerseits an die B\u00fccher der alttestamentarischen Propheten, andererseits an die Weisheitsliteratur ankn\u00fcpften \u2013 sie dienten als Tr\u00f6stungen und Motivationen in einer Zeit intensiver Verfolgungen. Eine dieser \u00abOffenbarungen\u00bb wurde 167 \u2013 164 v. Chr. vom Syrerk\u00f6nig Antiochus IV Epiphanes geschrieben und fand Eingang in das Buch Daniel der Bibel. Eine zweite ist die Johannes-Offenbarung, welche die Bibel abschliesst. Lange Zeit glaubte man, der Verfasser sei mit dem Apostel Johannes identisch, heute geht man jedoch davon aus, dass dem nicht so ist und dass wir \u00fcber ihn bloss das wissen, was er uns selber in dem Text preisgibt. Entstanden ist die Johannes-Offenbarung vermutlich in der Regierungszeit des r\u00f6mischen Kaisers Domitian, die von 81 bis 96 n. Chr. dauerte.<\/p>\n<p>Die Vermutung liegt nahe, dass f\u00fcr eine Endzeitvision auf die Inspiration grosser bildhafter metaphysischer Entw\u00fcrfe und Untergangsszenarien zur\u00fcckgegriffen wird und zudem \u2013 getreu klandestiner T\u00e4tigkeiten verfolgter Minderheiten \u2013 auf verschl\u00fcsselte und nur Eingeweihten zug\u00e4ngliche Symbolismen. Es erstaunt deshalb nicht, dass man in dem Text auf zahlreiche Motive st\u00f6sst, die den metaphorischen Weltsch\u00f6pfungs- und Untergangsmythen fr\u00fcherer Zeiten zu entstammen scheinen. Der deutlichste Hinweis darauf ist die bemerkenswerte Zahlensymbolik des Johannes-Textes:<\/p>\n<blockquote><p>4,4 Und rings um den Thron standen vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen sassen vierundzwanzig \u00c4lteste in weissen Gew\u00e4ndern und mit goldenen Kr\u00e4nzen auf dem Haupt.<br \/>\n4,5 Von dem Thron gingen <em>Blitze, Stimmen und Donner<\/em> aus. Und sieben lodernde Fackeln brannten vor dem Thron; das sind die sieben Geister Gottes.<br \/>\n4,6 Und vor dem Thron war etwas wie ein gl\u00e4sernes Meer, gleich Kristall.<br \/>\nUnd in der Mitte, rings um den Thron, waren <em>vier Lebewesen voller Augen<\/em>, vorn und hinten.<br \/>\n4,7 Das erste Lebewesen <em>glich einem L\u00f6wen, das zweite einem Stier<\/em>, das dritte sah aus wie <em>ein Mensch<\/em>, das vierte glich <em>einem<\/em> fliegenden <em>Adler<\/em>.<br \/>\n4,8 Und jedes der vier Lebewesen hatte <em>sechs Fl\u00fcgel<\/em>, aussen und innen <em>voller Augen<\/em>.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>7,1 Danach sah ich: Vier Engel standen <em>an den vier Ecken der Erde<\/em>. Sie hielten <em>die vier Winde<\/em> der Erde fest, damit der Wind weder \u00fcber das Land noch \u00fcber das Meer wehte, noch gegen irgendeinen Baum. 2 Dann sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzuf\u00fcgen, mit lauter Stimme zu: 3 F\u00fcgt dem Land, dem Meer und den B\u00e4umen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten unseres Gottes das Siegel auf der Stirn gedr\u00fcckt haben.<br \/>\n4 Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen St\u00e4mmen der S\u00f6hne Israels, die das Siegel trugen:<br \/>\n5 Aus dem Stamm Juda trugen das Siegel zw\u00f6lftausend,\/ Aus dem Stamm Ruben zw\u00f6lftausend,\/ aus dem Stamm Gad zw\u00f6lftausend,<br \/>\n6 aus dem Stamm Ascher zw\u00f6lftausend, \/ aus dem Stamm Naftali zw\u00f6lftausend, \/ aus dem Stamm Manasse zw\u00f6lftausend,<br \/>\n7 aus dem Stamm Simeon zw\u00f6lftausend, \/ aus dem Stamm Levi zw\u00f6lftausend, \/ aus dem Stamm Issachar zw\u00f6lftausend,<br \/>\n8 aus dem Stamm Sebulon zw\u00f6lftausend, \/ aus dem Stamm Josef zw\u00f6lftausend, \/ aus dem Stamm Benjamin trugen zw\u00f6lftausend das Siegel.<br \/>\n9 Danach sah ich: eine grosse Schar aus allen Nationen und St\u00e4mmen, V\u00f6lkern und Sprachen; niemand konnte sie z\u00e4hlen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Text gliedert sich in mehrere Teile: In einer Einleitung richtet sich Johannes an sieben christliche Gemeinden, die der Verfolgung durch den selbstherrlichen Kaiser Domitian ausgesetzt sind. Geografisch gesehen bilden die sieben Gemeinden einen Kreis. Die eigentliche Vision beginnt mit einer Beschreibung des endzeitlichen Himmels, gefolgt von der Beschreibung eines Kampfes Satans gegen das Volk Gottes. Der Kulminationspunkt findet sich im Entwurf des grossen Gerichts \u00fcber die Menschen, die Erde und Satan.<\/p>\n<p>Das Zentrum der Himmelsvision bildet der Thron Gottes, um den im Kreis die vierundzwanzig \u00c4ltesten sitzen. Zudem lodern sieben Fackeln, welche die sieben Geister Gottes symbolisieren. Ebenfalls rund um den Thron sitzen vier Lebewesen: ein L\u00f6we, ein Stier, ein Mensch und ein Adler. Etwas suggestiv kann man die Anordnung grafisch so darstellen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-405 aligncenter\" src=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/apok1-294x300.jpg\" alt=\"\" width=\"294\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/apok1-294x300.jpg 294w, https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/apok1.jpg 321w\" sizes=\"auto, (max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Das Thronbild der Apokalypse<\/em><\/p>\n<p>Ein \u00abLamm\u00bb mit sieben H\u00f6rnern und sieben Augen empf\u00e4ngt aus der rechten Hand \u00abdessen, der auf dem Thron sitzt\u00bb, eine mit sieben Siegeln verschlossene Buchrolle, worauf die vier Lebewesen und vierundzwanzig \u00c4ltesten \u2013 ausgestattet mit Harfen, goldenen Schalen und R\u00e4ucherwerk \u2013 niederfallen und <em>ein neues <\/em>Lied singen. Rund um den Thron beginnen auch viele Engel zu singen, n\u00e4mlich \u00abzehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend\u00bb.<\/p>\n<p>In der Folge l\u00e4uft dreimal eigentlich dasselbe Szenario ab, einmal anhand der sieben Siegel, einmal mit sieben Posaunen als Ank\u00fcndiger und einmal in sieben Bildern, die alle mit \u00abund ich sah\u00bb beginnen. Auch diese Bilder haben einen konzentrischen Aufbau. Geschildert wird die Endzeit, in der Katastrophen \u00fcber die Menschheit einbrechen, die Guten von den B\u00f6sen geschieden werden und das \u00abneue Jerusalem herabkommt\u00bb.<\/p>\n<p>Der Bericht ist gepr\u00e4gt von symboltr\u00e4chtig platzierten, genauen Mengenangaben. Neben der allbeherrschenden Sieben spielen eine Rolle:<\/p>\n<ul>\n<li>2 (Zeugen, \u00d6lb\u00e4ume, Leuchter, Propheten, Tiere, H\u00f6rner)<\/li>\n<li>3 (Engel, Katastrophen, Geister, Teile der Stadt, Tore)<\/li>\n<li>Drittel (Erde, B\u00e4ume, des Meeres, Meerestiere, Schiffe, Fl\u00fcsse, von Mond und Sternen, Helligkeit, Tag, Nacht, Menschheit\/Menschen, Sterne)<\/li>\n<li>Dreieinhalb (Tage, Jahre)<\/li>\n<li>4 (m\u00e4chtige Gestalten, Engel, Winde, H\u00f6rner, Enden)<\/li>\n<li>Viertel (der Erde)<\/li>\n<li>5 (Monate, K\u00f6nige)<\/li>\n<li>6 (Fl\u00fcgel)<\/li>\n<li>7 (Gemeinden, Geister, goldene Leuchter, Sterne, Geister Gottes, Fackeln, Siegel, H\u00f6rner, Augen, Engel, Posaunen, Donner, K\u00f6pfe, Katastrophen, goldene Schalen, H\u00fcgel, K\u00f6nige)<\/li>\n<li>8 (K\u00f6nige)<\/li>\n<li>10 (Tage, H\u00f6rner, K\u00f6nige)<\/li>\n<li>Zehntel (der Stadt)<\/li>\n<li>12 (Sterne, Tore, Engel, St\u00e4mme, Grundsteine, Apostel, kostbare Steine, Perlen)<\/li>\n<li>24 (Throne, \u00c4lteste)<\/li>\n<li>42 (Monate)<\/li>\n<li>144 (Ellen)<\/li>\n<li>666 (Zahl des Tieres)<\/li>\n<li>1000 (Jahre)<\/li>\n<li>12 000 (Wegmasse)<\/li>\n<li>1260 (Tage)<\/li>\n<li>1600 (Wegmasse)<\/li>\n<li>7000 (Menschen)<\/li>\n<li>12 000 (Stammesangeh\u00f6rige)<\/li>\n<li>144 000 (Stammesangeh\u00f6rige)<\/li>\n<li>Tausend und Abertausende (Engel, eigentlich 20 000 Myriaden, das heisst 200 Millionen)<\/li>\n<li>Millionen und Abermillionen (berittene Truppen)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Liste ersch\u00f6pft die Zahlenvorkommnisse in der Offenbarung.<\/p>\n<p>Zwei wichtige Bemerkungen sind dazu zu machen: Erstens kennt die hebr\u00e4ische Schrift keine eigenen Zeichen f\u00fcr Zahlen und keine Vokale. Daf\u00fcr wird jedem Buchstaben ein Zahlenwert zugeordnet. Deshalb kann auch jedem Namen eine Zahl zugeordnet werden, was einer mystischen Zahlenspekuliererei nat\u00fcrlich T\u00fcr und Tor \u00f6ffnet. So wurde etwa die Zahl 666 \u2013 die unheilvolle Zahl des Teufels \u2013 dem Namen \u00abQesar Nero\u00bb zugeordnet, auch in der Variante \u00abNero redivivus\u00bb. In einem 1974 erschienen Beitrag zur Apokalypse weist Heinrich Kraft<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> allerdings darauf hin, dass es mit allerlei Rechenk\u00fcnsten m\u00f6glich ist, nahezu jeden r\u00f6mischen Kaiser mit der Zahl in Verbindung zu bringen.<\/p>\n<p>Eine interessante Alternativdeutung bietet der Theologe Ernst Lohmeyer in einem 1926 erschienenen Kommentar<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. Er weist darauf hin, dass 666 die Summe aller Zahlen von 1 bis 36 ist und 36 wiederum die Summe aller Zahlen von 1 bis 8. Daraus schliesst er, dass damit Satan selber in Gestalt des in der Apokalypse erw\u00e4hnten Tieres gemeint sein k\u00f6nnte \u2013 als achtes, das die heilige Siebenzahl \u00fcbersteigt.<\/p>\n<p>Zweitens geh\u00f6ren die Zahlen Dreieinhalb, 42 und 1260 thematisch zusammen. Letztere sind ja auch Vielfache der ersten (1260 Tage = 42 Monate zu je 30 Tagen des Mondzyklus\u2019). Dass der Text noch weit subtiler durchkomponiert sein k\u00f6nnte, als es den Anschein hat, n\u00e4hren etwa Beobachtungen wie diejenige, dass die Dreieinhalb genau siebenmal vorkommt, ebenso der Name \u00abChristus\u00bb. \u00abJesus\u00bb taucht genau vierzehnmal auf, und weitere Christusbeschreibungen folgen ebenso der Zahl Sieben. Zudem kann man im ganzen Text eine symmetrische, siebenteilige Anlage finden.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist \u00fcberdies die Figur einer schwangeren Frau, die den Mond unter ihren F\u00fcssen hat und einen Kranz von zw\u00f6lf Sternen tr\u00e4gt. Die meisten Theologen sind sich einig dar\u00fcber, dass da heidnische, der astralen Mythologie verpflichtete Motive aufgegriffen werden. Ankl\u00e4nge an astrologische Motive finden sich auch beim Bild des Neuen Jerusalem mit seinen zw\u00f6lf Toren und vier Himmelsrichtungen. Auch die damit assoziierten Edelsteine verweisen nach den meisten Kommentatoren auf den Tierkreis. Es scheinen aber auch Ankl\u00e4nge an den Atlantismythos darin h\u00f6rbar.<\/p>\n<p>So betrachtet hat der Bericht der Offenbarung doch schon auffallende \u00c4hnlichkeiten mit den Mandalas des Rigveda und dem platonischen Modell der idealen Stadt. Das ist auch McClain nicht entgangen. Zun\u00e4chst einmal zitiert er \u00abPeake\u2019s Commentary on the Bible\u00bb<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>, dem auff\u00e4llt, dass die Johannes-Offenbarung viele Motive enth\u00e4lt, die weder j\u00fcdischer noch christlicher Tradition entstammen. Der englische Standardkommentar zur Bibel verfolgt einige Motive zur\u00fcck bis nach Persien, Babylon, \u00c4gypten und Griechenland. Nach McClain handelt es sich bei den fremden Elementen um eine Variation der in der Rigveda entworfenen arithmologischen Weltsicht. Allerdings sind einige seiner Deutungen, wenn auch interessant, so doch sehr spekulativ. In der Zahl 1260 sieht er den Abstand der Sonne in Anzahl Erdradien, wie sie im ptolem\u00e4ischen Weltbild definiert sind, und \u00fcberdies die Komposition aus der heiligen Sieben, der menschlichen F\u00fcnf und der g\u00f6ttlichen Drei. In der Primfaktorzerlegung von 1260 erscheint die Zwei im Quadrat, die Drei ebenfalls, nicht aber die F\u00fcnf und Sieben, wof\u00fcr es bei einer solchen Erkl\u00e4rung eigentlich keinen Grund geben kann.<\/p>\n<p>Ebenfalls hoch spekulativ sind die \u00dcberlegungen McClains zur \u00abZahl des Tieres\u00bb, welche die \u00fcblichen Bibel\u00fcbersetzungen mit 666 (oder 616) angeben. Da das Hebr\u00e4ische wie bereits erw\u00e4hnt keine direkte Zahldarstellung kennt, bleibt ein gewisser Interpretationsspielraum. McClain schl\u00e4gt vor, die 666 als \u00absechsmal die drei mit sich selber multipliziert\u00bb, will sagen als 3<sup>6<\/sup> zu lesen. Dies passt in seine Zahlendeutung, die der 3<sup>6<\/sup> den Tritonus, also den \u00abDiabolus in musica\u00bb, zuordnet.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, die Zahlensymbolik der Johannes-Offenbarung ist mit grosser Wahrscheinlichkeit auch von arithmologischen und musikalischen Systemen inspiriert \u2013 ob dies ihrem Verfasser nun bewusst war oder nicht. Sie bildet in den folgenden Jahrhunderten und eigentlich bis heute den Freiraum, den christliche Denker im Rahmen der Bibel nutzen, um der hermetischen und astrologischen Sichtweise der Welt ihren Tribut zu zollen.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Offenbarung\u00a0 4, 4-8, zitiert nach der in der Katholischen Bibelanstalt verlegten Einheits\u00fcbersetzung von 1980<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> a.a.O. 7.1-9<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Heinrich Kraft, <em>Handbuch zum Neuen Testament<\/em>, Offenbarung des Johannes, Mohr Siebeck, T\u00fcbingen 1974<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Ernst Lohmeyer, <em>Handbuch zum Neuen Testament<\/em>, Offenbarung des Johannes, 1926<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Mathew Black (Hsg): Peake\u2019s Commentary on the Bible, Thomas Nelson and Sons, London 1962<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Zeiten zwischen Platons Wirken in Griechenland und der Niederschrift des Handbuches von Nikomachus verfassten j\u00fcdische Autoren zahlreiche apokalyptische Schriften, die einerseits an die B\u00fccher der alttestamentarischen Propheten, andererseits an die Weisheitsliteratur ankn\u00fcpften \u2013 sie dienten als Tr\u00f6stungen und Motivationen in einer Zeit intensiver Verfolgungen. Eine dieser \u00abOffenbarungen\u00bb wurde 167 \u2013 164 v. Chr. vom Syrerk\u00f6nig Antiochus IV Epiphanes geschrieben und fand Eingang in das Buch Daniel der Bibel. Eine zweite ist die Johannes-Offenbarung, welche die Bibel abschliesst. Lange Zeit glaubte man, der Verfasser sei mit dem Apostel Johannes identisch, heute geht man jedoch davon aus, dass dem nicht so ist und dass wir \u00fcber ihn bloss das wissen, was er uns selber in dem Text preisgibt. 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