{"id":416,"date":"2018-08-01T09:22:59","date_gmt":"2018-08-01T09:22:59","guid":{"rendered":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/?page_id=416"},"modified":"2018-08-01T09:22:59","modified_gmt":"2018-08-01T09:22:59","slug":"die-weltharmonik-des-johannes-kepler","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/?page_id=416","title":{"rendered":"Die Weltharmonik des Johannes Kepler"},"content":{"rendered":"<p>Ein Quantensprung in der Geschichte der Sph\u00e4renharmonie bedeutet das Werk des Astronomen und Mathematikers Johannes Kepler (1571 \u2013 1630), der in Deutschland etwa zu gleicher Zeit gewirkt hat wie in Italien der Polyphonie-Kritiker Vincenzo Galilei. Tats\u00e4chlich gibt es Ber\u00fchrungspunkte zwischen den beiden: Kepler akzeptierte als erster die Beobachtung der Mondt\u00e4ler und -berge durch Vincenzos Sohn Galileo und f\u00fchrte dessen Beobachtungsmethoden mit Hilfe eines Fernrohrs auch im Norden ein.<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr Keplers Werk sind zwei Dinge: Zum einen ist er methodisch ein Kind der Neuzeit, das heisst, statt wie die mittelalterlichen Denker die Resultate der Alten in Form eines kritiklosen Paternalismus einfach zu \u00fcbernehmen, steht f\u00fcr ihn die konkrete Nachpr\u00fcfung der behaupteten Tatsachen im Zentrum. Zum andern kann er erstmals seit der Antike auf spektakul\u00e4re neue Daten zur\u00fcck greifen. Er kann sie vom d\u00e4nischen Astronomen Tycho Brahe (1546-1601) \u00fcbernehmen, der in tausenden von N\u00e4chten auf der Insel Sven im Sund die gr\u00f6sste Zeit in den zwei Sternwarten Sterneborg und Uraniaborg verbracht hat. Der eigensinnige und rechthaberische Brahe \u00fcberwirft sich mit dem d\u00e4nischen K\u00f6nig und flieht nach Prag, wo er auf Kepler trifft. Er hat ein Weltbild entwickelt \u2013 dem von Eriugena \u00e4hnlich \u2013 nach dem die Planeten um die Sonne kreisen. Planeten und Sonne wiederum kreisen um die Erde, die nach wie vor den Mittelpunkt des Universums bildet.<\/p>\n<p>Brahe hofft, dass Kepler seine Theorie mittels weiterer Berechnungen best\u00e4tigen werde, was dieser aber ablehnt. Die Ablehnung hat zu Folge, dass Kepler erst in den Besitz des d\u00e4nischen Materials kommt, als er nach dem Tod Brahes dessen Nachfolger als kaiserlicher Mathematiker wird. Es wird gesagt, Brahes Nachkommen h\u00e4tten die Daten nicht wirklich herausr\u00fccken wollen, weil sie auf Geld hofften, und Kepler habe sie auf eine Art \u00aberworben\u00bb, die ihn vor Gericht vermutlich h\u00e4tte alt aussehen lassen.<\/p>\n<p>Brahe, ein genialer Beobachter, versetzt der Idee der w\u00f6rtlich genommenen \u00abSph\u00e4renharmonie\u00bb einen ersten empfindlichen Schlag. Bis in seine Zeit hat man noch daran glauben k\u00f6nnen, dass die Planeten tats\u00e4chlich von physisch vorhandenen Sph\u00e4ren getragen werden, die sich am Himmel bewegen. Eine solche Konstruktion gibt der Idee der Himmelsmusik auch eine gewisse Plausibilit\u00e4t. Dann allerdings beobachtet Brahe einen Kometen und schliesst aus seinen Beobachtungsdaten, dass dieser die Bahnen der Planeten der Reihe nach kreuzen muss. Das bedeutet aber, dass es am Himmel keine Sph\u00e4ren geben kann. Solche w\u00fcrden f\u00fcr einen Kometen ein un\u00fcberwindliches Hindernis darstellen, oder dann m\u00fcsste das Durchbrechen der Schalen in irgendeiner Form beobachtbar sein. Der Komet m\u00fcsste sozusagen zuviel kosmisches Geschirr zerschlagen, um unbemerkt zu bleiben.<\/p>\n<p>Keplers Leben ist wie viele andere in der Zeit der grossen Glaubensk\u00e4mpfe und Seuchen sehr bewegt. Nach einer Ausbildung in Stuttgart und T\u00fcbingen und einer Zeit als Mathematiklehrer in Graz publiziert er zun\u00e4chst einmal das \u00abMysterium cosmographicum\u00bb<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, das \u00abWeltgeheimnis\u00bb, in dem er die sogenannten regul\u00e4ren K\u00f6rper in die Planetenbahnen einzupassen versucht. Nach Brahes Tod 1601 wird er wie erw\u00e4hnt k\u00f6niglicher Mathematiker in Prag. 1609 erscheint ein Werk, das auch auf die Idee der Sph\u00e4renharmonie eine tiefen Einfluss haben soll: \u00abDie Neue Astronomie\u00bb, in der Kepler darlegt, dass die Planeten sich nicht wie bisher angenommen auf konzentrischen Kreisen und mit regelm\u00e4ssiger Geschwindigkeit bewegen, sondern auf <em>Ellipsen<\/em> und mit <em>wechselnder<\/em> Geschwindigkeit.<\/p>\n<p>Auf dem Reichstag zu Regensburg exponiert sich Kepler, indem er eine Lanze f\u00fcr den katholischen gregorianischen Kalender bricht, der von den Evangelischen mehr aus religi\u00f6sem Trotz denn mit echten Argumenten abgelehnt wird. 1619 erscheint seine \u00abWeltharmonik\u00bb<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> und die evangelisch-lutheranische Kirche schliesst ihn vom Abendmahl aus, weil er f\u00fcr das kopernikanische Weltbild, nach dem die Sonne im Zentrum der Erde steht, eintritt. Zwei Jahre vor Ausbruch des Dreissigj\u00e4hrigen Krieges wird zudem seine Mutter der Hexerei angeklagt. Erst im letzten Moment gelingt es ihm, sie aus dem Gef\u00e4ngnis zu befreien und vor dem Scheiterhaufen zu bewahren. Nach einer Vertreibung aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden tritt er in den Dienst des Feldherrn Wallenstein, f\u00fcr den er einige Horoskope verfertigt. Schliesslich aber warnt er diesen vor dem Glauben an die Astrologie. Er weigert sich, ein weiteres Horoskop zu vervollst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Keplers Werk zur Sph\u00e4renharmonie teilt sich deutlich in zwei Epochen auf. Im Jugendwerk \u00abMysterium cosomographicum\u00bb setzt er das kopernikanische Weltbild mit konzentrischen Planetenbahnen rund um eine im Zentrum stehende Sonne voraus. Dazu sucht er eine Verbindung mit den f\u00fcnf regul\u00e4ren K\u00f6rpern der Geometrie. Das Scheitern des Projektes f\u00fchrt ihn zur Entdeckung der elliptischen Form der Planetenbahnen. In seinem Alterswerk, der \u00abWeltharmonik\u00bb (1619), pr\u00e4sentiert er schliesslich eine Version der Sph\u00e4renharmonie, die eine Korrelation einfacher Zahlenverh\u00e4ltnisse und der sogenannten scheinbaren Winkelgeschwindigkeiten der Planeten auf ausgezeichneten Punkten ihrer Ellipsenbahnen zugrunde legt.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zum Jugendwerk, dem \u00abMysterium cosmographicum\u00bb: Die f\u00fcnf regul\u00e4ren K\u00f6rper, auch \u00abPolyeder\u00bb genannt, sind schon seit Platons Zeiten bekannt: Es sind alle m\u00f6glichen regelm\u00e4ssigen K\u00f6rper, die folgende Bedingung erf\u00fcllen: Sie lassen sich mit Fl\u00e4chen bilden, die regelm\u00e4ssige Seitenfl\u00e4chen besitzen. Wie man leicht einsieht, kommen dabei nur das gleichseitige Dreieck, das Quadrat und das regelm\u00e4ssige F\u00fcnfeck in Frage. Mit dem gleichseitigen Dreieck k\u00f6nnen drei K\u00f6rper gebildet werden, mit Quadraten und F\u00fcnfecken je einer:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-417 aligncenter\" src=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler1-300x73.jpg\" alt=\"\" width=\"415\" height=\"101\" srcset=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler1-300x73.jpg 300w, https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler1.jpg 518w\" sizes=\"auto, (max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die f\u00fcnf regul\u00e4ren K\u00f6rper Tetraeder, W\u00fcrfel,<\/em><br \/>\n<em>Oktaeder, Dodekaeder und Ikosaeder<\/em><\/p>\n<p>Platon hat aus den regelm\u00e4ssigen Fl\u00e4chen die Elemente des Weltaufbaus zusammengesetzt. Erde besteht aus Quadraten, die sich zu W\u00fcrfeln formieren und sich deshalb mit andern Elementen auch nicht vermischen kann. Feuer, Luft und Wasser hingegen bestehen alle aus gleichseitigen Dreiecken unterschiedlicher Anordnung: Als Tetraeder werden sie zu Feuer, als Oktaeder zu Luft und als Ikosaeder zu Wasser. Daraus resultiert, dass zwei Teile Feuer ein Teil Luft ergibt, da aus einem Achtfl\u00e4cher zwei Vierfl\u00e4cher gebildet werden k\u00f6nnen. Analog ergeben f\u00fcnf Teile Luft zwei Teile Wasser. Dummerweise bleibt in dem ausgekl\u00fcgelten System ein regelm\u00e4ssiger K\u00f6rper \u00fcbrig, n\u00e4mlich das Dodekaeder. Diesem weist Platon etwas willk\u00fcrlich die Funktion des Weltganzen zu, was stark nach einem Kategorienfehler riecht.<\/p>\n<p>Im 17. Jahrhundert sind die sechs Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn bekannt, was Kepler auf die Idee bringt, zwischen sie die f\u00fcnf Polyeder einzupassen. Dies soll als Beweis daf\u00fcr gelten, dass die Zahl der Planeten <em>notwendigerweise<\/em> sechs betr\u00e4gt und Gott eine vollkommene Welt geschaffen hat. Kepler versucht, die Polyeder so ineinander zu verschachteln, dass die jeweils umschreibenden Kugeln mit einer Planetenbahn zusammenfallen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-418 aligncenter\" src=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler2-264x300.jpg\" alt=\"\" width=\"264\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler2-264x300.jpg 264w, https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler2.jpg 398w\" sizes=\"auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Das Polyedermodell aus Keplers<\/em><br \/>\n<em>\u00abMysterium Cosmographicum\u00bb<\/em><\/p>\n<p>Der Erdbahn, die das \u00abMass aller Dinge ist\u00bb wird das Dodekaeder umschrieben. Der dem Dodekaeder umschriebene Kreis ergibt die Marsbahn. Dieser wiederum wird das Tetraeder umschrieben. Nach vollst\u00e4ndiger Konstruktion ruhen von innen nach aussen folgende K\u00f6rper ineinander: Merkur \u2013 Oktaeder \u2013 Venus \u2013 Ikosaeder \u2013 Erde \u2013 Dodekaeder \u2013 Mars \u2013 Tetraeder \u2013 Jupiter \u2013 W\u00fcrfel \u2013 Saturn.<\/p>\n<p>In einem abschliessenden Hymnus preist der emphatische Kepler das Werk Gottes:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230; ich aber suche die Spur deines Geistes drau\u00dfen im Weltall,<br \/>\nschaue verz\u00fcckt die Pracht des m\u00e4chtigen Himmelsgeb\u00e4udes,<br \/>\ndieses kunstvolle Werk, deiner Allmacht herrliche Wunder.<br \/>\nSchaue, wie du nach f\u00fcnffacher Norm die Bahnen gesetzt hast,<br \/>\nmitten darin, um Leben und Licht zu spenden, die Sonne.<br \/>\nSchaue, nach welchem Gesetz sie regelt den Umlauf der Sterne,<br \/>\nwie der Mond seinen Wechsel vollzieht, welche Arbeit er leistet,<br \/>\nwie du Millionen von Sternen ausstreust auf des Himmels Gefilde..<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Konstruktion will allerdings nicht wirklich aufgehen \u2013 vor allem nicht, wenn die Planetenbahnen wirklich exakt eingepasst werden m\u00fcssen. In der \u00abWeltharmonik\u00bb, r\u00e4umt Kepler denn im Alter auch ein, dass er sich bei der Konstruktion des Polyedermodells bis zu einem gewissen Grad geirrt hat:<\/p>\n<blockquote><p>Es besteht jedoch nicht vollkommene Gleichheit, wie ich einstmals k\u00fchn geglaubt hatte, dass ein vollkommene Astronomie sie w\u00fcrde nachweisen k\u00f6nnen (&#8230;) Daraus geht klar hervor, dass die Verh\u00e4ltnisse der Planetenintervalle von der Sonne aus nicht genau von den regul\u00e4ren K\u00f6rpern allein hergenommen sind. Denn der Sch\u00f6pfer, der eigentliche Urquell der Geometrie, der, wie Plato sagt, ewige Geometrie treibt, weicht von dem Urbild nicht ab. Dasselbe h\u00e4tte man schon daraus schliessen k\u00f6nnen, dass alle Planeten in periodischen Zeitr\u00e4umen ihre Intervalle \u00e4ndern und zwar so, dass jeder zwei ausgezeichnete Intervalle von der Sonne aus besitzt, ein gr\u00f6sstes und ein kleinstes.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Mit der letzten Bemerkung meint Kepler die unterschiedliche Distanz der Planeten zur Sonne, die dadurch zustande kommt, dass sie sich eben nicht auf einer Kreisbahn bewegen. Eine solche ist ja gerade dadurch charakterisiert, dass der Abstand eines beliebigen Punktes auf dem Kreis zum Kreismittelpunkt immer gleich ist. Die Entdeckung der Abstandsvariation hat Kepler aber nicht zuletzt wegen der Unstimmigkeiten gemacht, auf die er w\u00e4hrend der Arbeit am \u00abMysterium cosmographicum\u00bb gestossen ist.<\/p>\n<p>Nach dem heute als erstes Keplersches Gesetz bezeichneten Befund verl\u00e4uft der Weg rund um die Sonne entlang einer Ellipse, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht. Dabei durchlaufen die Planeten zwei spezielle Punkte: denjenigen, bei dem sie der Sonne am n\u00e4chsten kommen \u2013 er heisst \u00abPerihel\u00bb \u2013 und derjenige, an dem sie von der Sonne am weitesten entfernt sind \u2013 genannt \u00abAphel\u00bb:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-419 aligncenter\" src=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler3-300x164.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler3-300x164.jpg 300w, https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler3.jpg 411w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die Planeten bewegen sich nicht kreisf\u00f6rmig,<br \/>\nsondern auf einer Ellipse um die Sonne, die in einem<br \/>\nder Brennpunkte der Ellipse steht.<\/em><\/p>\n<p>Die Abst\u00e4nde schwanken also st\u00e4ndig, und die Planeten w\u00fcrden damit in Bezug auf die Bahn rund um die Sonne eigentlich etwas erzeugen, was einem musikalischen Glissando entspr\u00e4che. Eine weitere Einsicht Keplers ist auch, dass die Geschwindigkeit der Planeten auf den Ellipsenbahnen nicht immer gleich gross ist. Je n\u00e4her sie vom Aphel aus dem Perihel kommen, umso schneller werden sie, und je weiter sie sich vom Perihel in Richtung Aphel bewegen, umso langsamer werden sie.<\/p>\n<p>Um allen diese Schwankungen auszuweichen, sucht Kepler in der \u00abHarmonices mundi libri V\u00bb der \u00abWeltharmonik\u00bb nach Verh\u00e4ltnissen, die von der Distanz Sonne\/Planet unabh\u00e4ngig sind. Nach langem, m\u00fchsamem Herumpr\u00f6beln st\u00f6sst er schliesslich auf eines, das seinen Zwecken zu entsprechen scheint. Es gestaltet sich folgendermassen: S\u00e4sse ein Beobachter auf der Sonne und w\u00fcrde den Lauf eines Planeten vom Aphel, respektive Perihel aus vierundzwanzig Stunden lang beobachten, so k\u00f6nnte er zwischen der ersten und der zweiten Blickrichtung einen Winkel sehen. Diese Winkel heissen scheinbarer Tagesbogen bei Aphel respektive Perihel.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-420 aligncenter\" src=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler4-300x162.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler4-300x162.jpg 300w, https:\/\/musikphilosophie.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kepler4.jpg 416w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Das dritte Keplersche Gesetz: Wenn ein Planet<br \/>\nf\u00fcr die Strecke t0-t1 die gleiche Zeit braucht wie f\u00fcr die Strecke t2-t3,<br \/>\ndann haben die beiden aufgespannten Fl\u00e4chen gleichen Inhalt.<\/em><\/p>\n<p>In diesen Werten findet Kepler nun seine lange gesuchte Harmonie. Zum einen in den scheinbaren Tagesb\u00f6gen von Aphel und Perihel innerhalb eines Planeten, zum andern zwischen denjenigen benachbarter Planeten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die folgenden Tabellen ordnen wir Kepler folgend den Aphel\/Perihel-Tagesbogenwerten der Planeten folgende Buchstaben zu:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"84\">Saturn<\/td>\n<td width=\"85\">Aphel<\/td>\n<td width=\"44\">a<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"85\">Perihel<\/td>\n<td width=\"44\">b<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">Jupiter<\/td>\n<td width=\"85\">Aphel<\/td>\n<td width=\"44\">c<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"85\">Perihel<\/td>\n<td width=\"44\">d<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">Mars<\/td>\n<td width=\"85\">Aphel<\/td>\n<td width=\"44\">e<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"85\">Perihel<\/td>\n<td width=\"44\">f<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">Erde<\/td>\n<td width=\"85\">Aphel<\/td>\n<td width=\"44\">g<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"85\">Perihel<\/td>\n<td width=\"44\">h<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">Venus<\/td>\n<td width=\"85\">Aphel<\/td>\n<td width=\"44\">i<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"85\">Perihel<\/td>\n<td width=\"44\">k<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">Merkur<\/td>\n<td width=\"85\">Aphel<\/td>\n<td width=\"44\">l<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"85\">Perihel<\/td>\n<td width=\"44\">m<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Keplersche Tabelle sieht f\u00fcr die Aphel\/Perihel-Verh\u00e4ltnisse eines einzelnen Planeten in sich selber folgendermassen aus:<\/p>\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"101\">a:b = 4:5<\/td>\n<td width=\"185\">grosse Terz<\/td>\n<td width=\"45\">c<\/td>\n<td width=\"45\">e<\/td>\n<td width=\"46\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"57\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">c:d = 5:6<\/td>\n<td width=\"185\">kleine Terz<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">e<\/td>\n<td width=\"46\">g<\/td>\n<td width=\"57\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">e:f = 2:3<\/td>\n<td width=\"185\">Quinte<\/td>\n<td width=\"45\">c<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"46\">g<\/td>\n<td width=\"57\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">g:h = 15:16<\/td>\n<td width=\"185\">Halbton<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"46\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"57\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">h<\/td>\n<td width=\"49\">c\u2019<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">i:k = 24:25<\/td>\n<td width=\"185\">Diesis<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"46\">g<\/td>\n<td width=\"57\">gis<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">l:m = 5:12<\/td>\n<td width=\"185\">kleine Dezime<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">e<\/td>\n<td width=\"46\">g<\/td>\n<td width=\"57\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ganz sch\u00f6n kompliziert f\u00fcr einfache Grundgesetze&#8230;<\/p>\n<p>So sauber, wie sich die idealisierte Tabelle ausnimmt, sind die Werte allerdings nicht, was auch Kepler einr\u00e4umt:<\/p>\n<blockquote><p>So umfassen Saturn und Jupiter etwas mehr als eine grosse und kleine Terz; der \u00dcberschuss ist beim ersteren 53\/54, beim letzteren 54\/55 oder etwas weniger, also ungef\u00e4hr anderthalb Komma. Die Erde bildet etwas mehr als einen Halbton; der \u00dcberschuss ist hier 137\/138, also kaum ein halbes Komma. Mars umfasst um ein Erhebliches (d.h. um 29\/30, ein Wert, der sich 34\/35 oder 35\/36 n\u00e4hert) weniger als eine Quint. Merkur erreicht oberhalb einer Oktav eher eine kleine Terz als einen Ganzton; der Abstand von jener ist ungef\u00e4hr 38\/39, was etwa zwei Komma im Betrag von zusammen 34\/35 oder 35\/36 gleichkommt. Nur Venus zeigt eine Proportion, die kleiner ist als alle melodischen Intervalle, auch als eine Diesis; sie liegt zwischen zwei und drei Komma und \u00fcbersteigt 2\/3 einer Diesis, indem sie ungef\u00e4hr gleich 34\/35 oder 35\/36, also eine um ein Komma verringerte Diesis ist.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Hinzu kommen Verh\u00e4ltnisse zwischen Planeten, und zwar jeweils die Aphel\/Perihel-Verh\u00e4ltnisse benachbarter Planeten:<\/p>\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"101\">a:d = 1:3<\/td>\n<td width=\"218\">Duodezime<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"46\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">b:c = 1:2<\/td>\n<td width=\"218\">Oktave<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"46\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">c:f = 1:8<\/td>\n<td width=\"218\">drei Oktaven<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"46\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">d:e = 5:24<\/td>\n<td width=\"218\">kleine Terz + zwei Oktaven<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"46\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">e:h = 5:12<\/td>\n<td width=\"218\">kleine Terz + Oktave<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">e<\/td>\n<td width=\"46\">g<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">f:g = 2:3<\/td>\n<td width=\"218\">Quinte<\/td>\n<td width=\"45\">c<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"46\">g<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">g:k = 3:5<\/td>\n<td width=\"218\">grosse Sexte<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">e<\/td>\n<td width=\"46\">g<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">h:i = 5:8<\/td>\n<td width=\"218\">kleine Sexte<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">e<\/td>\n<td width=\"46\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">c\u2019<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">i:m = 1:4<\/td>\n<td width=\"218\">zwei Oktaven<\/td>\n<td width=\"45\">c<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"46\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">c\u2019<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"101\">k:l = 3:5<\/td>\n<td width=\"218\">grosse Sexte<\/td>\n<td width=\"45\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"45\">e<\/td>\n<td width=\"46\">g<\/td>\n<td width=\"42\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"27\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"49\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Aphel\/Perihel-Verh\u00e4ltnisse einzelner Planeten haben eine Besonderheit: Ein einziger Planet kann nicht zugleich in seinem Aphel und Perihel sein. Benachbarte Planeten hingegen k\u00f6nnen dies. Allerdings werden die tats\u00e4chlichen Stellungen nur in einem ganz bestimmten Moment eingenommen. Ansonsten ver\u00e4ndern sich die Stellungen der Planeten zueinander st\u00e4ndig. Das Intervallverh\u00e4ltnis zwischen Erde und Venus schwankt also zum Beispiel zwischen grosser und kleiner Sexte. Kepler \u2013 ganz ein Kind seiner Zeit \u2013 setzt dieses st\u00e4ndige Schwanken in Beziehung zur Polyphonie der Kirchenmusik:<\/p>\n<blockquote><p>Wie sich der einfache oder einstimmige Gesang, den man Choralgesang nennt und der allein den Alten bekannt war, zum mehrstimmigen, sogenannten figurierten Gesang verh\u00e4lt, der eine Erfindung der letzten Jahrhunderte ist, so verhalten sich auch die Harmonien, die die einzelnen Planeten bilden, zu den Harmonien der Planetenpaare. Daher werden die einzelnen Planeten mit der Choralmusik der Alten verglichen und deren Besonderheiten an den Planetenbewegungen aufgezeigt.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die \u00abSph\u00e4renharmonie\u00bb hat in gewisser Weise bis heute ihre Ausl\u00e4ufer gefunden \u2013 was zeigt, dass Ideen, selbst wenn sie sich eigentlich schon lange \u00fcberlebt haben und der urspr\u00fcnglichen Motivation jede Grundlage entzogen ist, sich hartn\u00e4ckig halten k\u00f6nnen. Eine kleine Renaissance der pythagoreisch-keplerschen Tradition ist im Jahr 1889 durch den deutschen Gelehrten Albert von Thimus initiiert worden, und zwar mit seiner Schrift \u00abDie harmonikale Symbolik des Alterthums\u00bb. Sein Interesse blieb allerdings vorwiegend philologischer Art. Der Versuch, den antiken Pythagoreismus zu rekonstruieren, gab jedoch Anstoss zu den weiterf\u00fchrenden Forschungen Hans Kaysers (1891 \u2013 1964). Der als Musiker, Naturwissenschaftler und Philosoph in Berlin und der Universit\u00e4t Erlangen ausgebildete Universalgelehrte liess sich 1933 in Bern in der Schweiz nieder. Seine Weiterentwicklung des Pythagoreismus ist einerseits gepr\u00e4gt von philologischen Arbeiten zur mystischen Literatur und seiner Herkunft als Apothekerssohn. Letztere brachte ihn dazu, viele \u00abharmonikale Gesetze\u00bb auch auf botanische Ph\u00e4nomene anzuwenden. Sein Werk wurde wiederum weitergepflegt vom 1920 geborenen Musikwissenschaftler Rudolf Haase, der an der Wiener Hochschule f\u00fcr Musik das \u00abHans-Kayser-Institut f\u00fcr harmonikale Grundlagenforschung\u00bb gegr\u00fcndet hat. Nicht zuletzt dank Haases Bem\u00fchungen wird die \u00abharmonikale Grundlagenforschung\u00bb an der Universit\u00e4t f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien heute noch (2003) gelehrt. Der Lehrgang wird von Werner Schulze durchgef\u00fchrt, daraus sind auch einige harmonikal inspirierte Kompositionen von zeitgen\u00f6ssischen Komponisten entstanden. Auch in anthroposophischen Kreisen hat die Idee nach wie vor zahlreiche Anh\u00e4nger.<\/p>\n<p>Viele Wissenschaftler sp\u00e4terer Epochen, allen voran der Physiker Hermann von Helmholtz, haben f\u00fcr die \u00abWeltharmonie\u00bb jedoch nur Spott \u00fcbrig gehabt, auch wenn sie die grossen wissenschaftlichen Verdienste Keplers in der Astronomie anerkennen. Sie wundern sich eher dar\u00fcber, dass ein derart brillanter und kritischer Geist wie derjenige Keplers sich mit der falschen Zauberei der Astrologen und Geheimwissenschaften besch\u00e4ftigen kann. Was sie dabei \u00fcbersehen, ist die Tatsache, dass Kepler mit demselben wissenschaftlichen Geist an das Problem der Analogie von Mikro- und Makrokosmos herangegangen ist wie an alle anderen wissenschaftlichen Aufgaben und dass eines seiner grossen Verdienste ist, zu zeigen, dass die Theorie der Sph\u00e4renkl\u00e4nge, wie sie seit der Antike tradiert wurde, eben <em>nicht<\/em> haltbar ist. Die Suche nach einer alternativen Formulierung hat ihn immerhin auf die Spur des dritten Planetengesetzes gebracht.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Mysterium Cosmographicum de admirabili proportione orbium coelestium&#8230;, \u00e0 M. Ioanne Keplero, Wirtembergico, Tunc Temporis Illustrium Styriae Prouincialium Mathematico&#8230;, Francofurti Anno MDCXXI<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ioannis Keppleri Harmonices Mundi, Lincii Austriae, Anno MDCXIX. Eine deutsche \u00dcbersetzung von Max Caspar ist unter dem Titel \u00abWeltharmonik\u00bb 1997 beim Verlag R.Oldenburg, M\u00fcnchen erschienen. Diese dient als Grundlage f\u00fcr die folgenden Zitate.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> dt. \u00dcbersetzung zitiert nach der Webseite des Johannes-Kepler Museums in Weil der Stadt, http:\/\/www.kepler-museum.de<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> a.a.O., V. Buch, 3. Kapitel, Punkt Viertens (Caspar, Seite 289)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> a.a.O., V. Buch, 4. Kapitel (Caspar, Seite 301)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> a.a.O., V. Buch, 4. Kapitel (Caspar, Seite 304)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Quantensprung in der Geschichte der Sph\u00e4renharmonie bedeutet das Werk des Astronomen und Mathematikers Johannes Kepler (1571 \u2013 1630), der in Deutschland etwa zu gleicher Zeit gewirkt hat wie in Italien der Polyphonie-Kritiker Vincenzo Galilei. Tats\u00e4chlich gibt es Ber\u00fchrungspunkte zwischen den beiden: Kepler akzeptierte als erster die Beobachtung der Mondt\u00e4ler und -berge durch Vincenzos Sohn Galileo und f\u00fchrte dessen Beobachtungsmethoden mit Hilfe eines Fernrohrs auch im Norden ein. Entscheidend f\u00fcr Keplers Werk sind zwei Dinge: Zum einen ist er methodisch ein Kind der Neuzeit, das heisst, statt wie die mittelalterlichen Denker die Resultate der Alten in Form eines kritiklosen Paternalismus einfach zu \u00fcbernehmen, steht f\u00fcr ihn die konkrete Nachpr\u00fcfung der behaupteten Tatsachen im Zentrum. Zum andern kann er erstmals seit<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-416","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/416","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=416"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/416\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":421,"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/416\/revisions\/421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/musikphilosophie.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=416"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}